Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Provisur-Pyxis

Bild aus CA-Sammlung ProvisurPyxis

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Da sich die christliche Gemeinschaft seit ihren Anfängen bewußt war, daß Krankheit einen Menschen schnell isolieren kann und ihn Lebens- und Sinnfragen oft drängender empfinden läßt als den Gesunden, wurde frühzeitig nach Möglichkeiten gesucht, in dieser Zeit den Kontakt zur Gemeinde aufrecht zu erhalten. Eine wichtige Möglichkeit ist die Krankenkommunion, und zwar sowohl als letzte Kommunion auf dem Sterbebett als auch als normale Krankenkommunion. Ein Gegenstand, der bei dieser Kommunion Verwendung findet, ist die (Kranken-)Provisur-Pyxis. Ihre Formen sind vielfältig. Im Beispiel des im Domschatz von Hildesheim erhaltenen Werkes des 12. Jahrhunderts erinnert der untere Teil an ein Kirchengebäude, und zwar an einen Zentralbau mit zwei Rechteckabschlüssen und zwei Apsiden. Er ist verschließbar und birgt in seinem Innern kleine Fächer zur Aufnahme der Hostie und ggf. des Krankenöls. Darüber steigt - optisch vermittelt durch einen kleinen zweiteiligen Fuß - ein schlanker Kruzifixus auf, der den Gesamteindruck klar dominiert. Beide Teile zielen konkret auf den Verwendungszweck ab. Der Kranke wird an die christliche Gemeinschaft und deren Mittelpunkt erinnert und als Teil von ihr bestätigt.

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